Fertiggaragen aus Polen – eine Alternative?

Wenn man nach Fertiggaragen googelt, wird einem automatisch die Suche nach „Fertiggaragen aus Polen“ vorgeschlagen. Aber ist das eine Alternative zum Kauf bei den typischen deutschen Herstellern? Wir haben recherchiert.

Glaubt man dem Suchvorschlag von Google, gibt es anscheinend einen neuen Trend: Fertiggaragen aus Beton oder Stahl günstig aus Polen zu beziehen. Das klingt erstmal wieder typisch nach Klischee und zugleich kommen den meisten Bauherren wahrscheinlich Zweifel an der Qualität.

Um es direkt vorweg zu sagen: Genau wie bei deutschen Herstellern kann man bei polnischen Fertiggaragen-Herstellern Glück oder Pech haben. Grundsätzlich ist es natürlich eine Option, sich auch im europäischen Ausland umzugucken und dort günstig einzukaufen. Das gilt nicht nur für Zigaretten, sondern auch für Betonfertiggaragen oder Stahlgaragen.

Wichtig zu wissen: Kaum Betongaragen, meist Stahlgaragen

Ein großer Kostenpunkt bei Betonfertiggaragen ist die Lieferung. Wie wir im Ratgeber zum Thema Herstellung beschreiben, gibt es bei Betongaragen zwei Herstellungsverfahren: In einer Schalungsmaschine direkt aus einem Stück oder zusammengesetzt aus Betonteilen. Wie man sich aber vorstellen kann, entstehen bei beiden Verfahren unhandliche, große und schwere Garagen(teile), die man nicht per DHL aus Polen nach Köln schicken kann. Daher haben sich die polnischen Hersteller vor allem auf den Bau von Stahlfertiggaragen spezialisiert. Die Einzelteile kann man nämlich mit einer Spedition verschicken.

Wer eine Fertiggarage aus Beton sucht, sollte bei regionalen Herstellern kaufen. Das heißt nicht, dass es dann keine Fertiggarage aus Polen sein kann – man sollte halt in der Nähe der Grenze wohnen, dann geht das auch. Für alle, die ca. 150-200 km von der polnischen Grenze entfernt wohnen, sind regionale Anbieter die bessere Wahl.

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Die schwarzen Schafe mit schlechter Qualität aussortieren

Da ein Vor-Ort-Termin etwas umständlich ist, wenn man nicht gerade in Fahrdistanz zu den Stahlfertiggaragen-Anbietern in Polen wohnt, muss man sich im größeren Maße als bei deutschen Händlern auf die Aussagen auf der Webseite und den Eindruck sowie das Bauchgefühl verlassen.

Im Internet liest man zum Teil Erfahrungsberichte von Personen, die mit allzu aufdringlichen Verkäufern von Fertiggaragen aus Polen zu tun hatten. Das schreckt ab und auch wir raten davon ab, mit Herstellern einen Vertrag einzugehen, die in irgendeiner Form Druck aufbauen, um eine möglichst schnelle Entscheidung herbeizuführen. Das gibt es natürlich auch bei deutschen Herstellern á la „Diese Fertiggarage haben wir jetzt gerade nur noch 1x da. Sie müssen jetzt ganz schnell zuschlagen“ oder ähnlichem.

Ansonsten sollte man zunächst auf die Qualitätsmerkmale achten, die man auch an deutsche Hersteller anlegen würde: Stahlgaragen sollten z.B. unbedingt vollverzinkt und nicht nur lackiert sein. Auch die Zusammenarbeit mit einer deutschen Firma für die Montage erleichtert einiges. Manche Hersteller aus Polen werben zudem mit Qualitätsstandards wie der Feuerverzinkung nach DIN EN ISO 1461.

Deutsche Firmen produzieren auch in Polen

Für Unternehmen ist es natürlich auch attraktiv, im Nachbarland zu produzieren. Gut ausgebildete Mitarbeiter bei niedrigen Lohnkosten sprechen für sich. Die Hamburger systembox Garagen GmbH schreibt zum Beispiel auf ihrer Webseite: „Unsere Stahlgaragen lassen wir in einem polnischen Auftragswerk, mit strengen Qualitäts- und Detailvorgaben unserer deutschen Ingenieure, herstellen.“

Und auch die Firma Grötz, einer der größeren Hersteller, schreibt: „Seit 1962 produziert die Bauunternehmung GRÖTZ Stahlbetonfertiggaragen in Deutschland und seit 1996 auch in Polen für den polnischen Markt. Mittlerweile gehört sie im Bereich der Fertiggaragenherstellung zu den führenden Unternehmen.“

Man sieht, dass es in Polen durchaus Leute mit viel Erfahrung im Herstellen von Fertiggaragen aus Beton oder Stahl gibt, allerdings importiert halt auch nicht jede dort produzierende Firma auch nach Deutschland. Allerdings könnte es bei der Vielzahl der Anbieter, Händler und Hersteller durchaus sein, dass Ihre neue Stahlgarage zumindest zu einem Teil aus Polen stammt.

Eingeschränkte Auswahl und Schwierigkeiten bei der Qualitätskontrolle

Was den Kauf einer Fertiggarage aus Polen so schwer macht, ist dass man erst beim Aufbauen wirklich weiß, was man da geliefert bekommt. Webseiten können viel versprechen und wenn das Geld bezahlt ist und man eine Stahlgarage geliefert bekommt, die qualitativ nicht den Ansprüchen an einen vernünftigen Unterstand für ein Auto genügt, hat man ein Problem mit der Reklamation.

Zudem sind die meisten Hersteller in Sachen Design und Anpassungsmöglichkeiten noch nicht so weit wie die deutschen Kollegen. Die Garagen haben nur selten ein qualitativ hochwertiges Tor, z.B. von der Firma Hörmann, oder einen elektrischen Antrieb.

Fazit

Wer eine sehr günstige Fertiggarage aus Stahl sucht und keine Extras wie z.B. Außenputz benötigt, für den lohnt sich ein Blick nach Polen. Für die dauerhafte Unterbringung eines Autos sind viele dieser günstigen Garagen leider nur eingeschränkt nutzbar und Betonfertiggaragen gibt es quasi gar nicht aus Polen. Wenn Sie allerdings eher einen Schuppen oder ähnliches benötigen, dann kann der Kauf aus Polen Sinn machen.

Benötigen Sie aber eine Fertiggarage aus Beton und wohnen nicht in Grenznähe, sollten Sie Ihre Energie für die Recherche und die Gespräche mit den Beratern der Firmen für Hersteller verwenden, die regional bei Ihnen in der Nähe sind.